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Die Klarinettentage 2019 - erstmals in der warmen Jahreszeit - waren eine fröhliche Geschichte...

 

  sie hier viele schöne Fotos!

 

Bericht von Alexander Sprick

Entgegen dem jährlichen Rhythmus fanden in diesem Jahr die Klarinettentage erstmals zu sommerlichen Zeiten statt. Am Freitagmorgen den 31.05 trafen sich nun zum neunten Mal Klarinettisten/-innen mit unterschiedlichen Erfahrungen im Schloss Unteröwisheim, um sich musikalisch weiter zu entwickeln, zusammen zu musizieren und Spaß zu haben. Begleitet wurden wir bei alldem von den zwei wunderbaren Dozentinnen Bettina Beigelbeck, einer bekannten Solistin und Kammermusikerin aus Karlsruhe und Ute Münch, erste stellvertretende Solo-Klarinettistin der Stuttgarter Philharmoniker.

Zu Beginn versammelten wir uns in einem der Seminarräume, um einander kennen zu lernen und erhielten alsbald die Einteilung in unser jeweiliges Ensemble, sowie den Proben-Plan für das Wochenende. Im Anschluss gab es eine freiwillige Hausführung für die „Neulinge“, oder diejenigen, die immer noch nicht ganz den Überblick vom Schloss gewonnen haben. Kurz gesagt bietet das Schloss verschiedene Räumlichkeiten wie einen Spielraum mit Tischtennisplatte und Tischkicker, den Gewölbekeller für z.B. abendliches Zusammensein bei ein paar Kaltgetränken, den Speisesaal, die verschiedenen Seminarräume und den Raum der Stille. Die Zimmer sind sehr sauber gehalten, nicht außerordentlich eingerichtet, aber dennoch schön und verfügen über WC & Dusche.

Danach begann der Unterricht. An den ersten zwei Tagenhatten wir je eine halbe Stunde Einzelunterricht, eine halbe Stunde Ensemble-Probe mit Dozentin und die abendliche Probe für das Gesamt-Ensemble. Für die Freizeit wurde uns nahegelegt, nach eigenem Ermessen mit den anderen zu proben. Die Abendzeit war frei zu gestalten, als äußerst beliebt zeigte sich das Gesellschaftsspiel Werwolf”, bei dem versucht wird, die getarnten Werwölfe aus der Gruppe von Spielern zu entlarven, bevor sie nacheinander die Dorfbewohner töten können.

Am nächsten Morgen begann um 8:30 das Frühstück. Zu den Mahlzeiten konnten wir aus einer Vielzahl von Optionen wählen, die alle äußerst lecker waren und meine Erwartungen übertroffen haben. An dieser Stelle ein großes Lob an die Küche!

Gegen Vormittag kam der Holzblasinstrumentenbauer Francisco Naranjo vorbei und hat unsere Instrumente auf Mängel untersucht und gab hilfreiche Tipps zur Pflege der Klarinette. Sofern er Kleinigkeiten direkt beheben konnte, hat er dies auch getan.

Zu den Höhepunkten der Klarinettentage zählen die Konzerte, weil hier das Ergebnis der vergangenen Wochen individueller Arbeit zur Geltung kommt. Am Samstag wurde der Einzelunterricht von der Korrepetitorin Monica Mendoza-Bravo begleitet, und für die meisten Teilnehmer bot sich die Möglichkeit, zum ersten Mal ihr vorbereitetes Stück mit Klavierbegleitung zu spielen und dann am Abend aufzuführen. Wie in den Jahren zuvor hatten wir wieder ein schönes Konzert mit tollen Beiträgen von Camillo Schumann, Carl Bärmann, Claude Debussy, Nils Gade, Carl Maria von Weber, usw.. Dieses mal hatten wir ein großes Publikum, weil auch viele Leute der anderen Gruppe im Haus unserer Einladung gefolgt waren. Nach dem die Nervosität verflogen und der Auftritt hinter sich gebracht war, wollten einige ihre Klarinetten dennoch nicht wegpacken, und so kam es zu einem spontanen Open-Air Konzert in der Abenddämmerung. Wir spielten vom Blatt ein Klezmer-Sextett, bei dem es weniger auf die richtigen Töne, als auf eine Menge Spaß ankam. Und den hatten wir!

Der letzte Tag war ganz der Arbeit an den Ensemble Stücken gewidmet, und wenn man nicht gerade mit der Dozentin probte, so trafen wir uns, um das Zusammenspiel zu verbessern. Beim Abschlusskonzert spielten wir im Gesamt-Ensemble und zwischendrin gab es Einlagen von den Ensembles, also den Trios, Quartetten und dem Quintett.

Nach dem Konzert neigte sich das lange Wochenende, und somit auch die Klarinettentage einem jähen Ende zu, was wohl auch der Kurzweiligkeit und dem Spaß geschuldet war, den wohl nicht nur ich auf den diesjährigen Klarinettentagen erlebt habe.

Rückblickend war die alljährliche Musikauszeit ein willkommener Ausgleich zu einem Alltag, in dem die Instrumente und das Musizieren sonst oft zu kurz kommen. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr!